Wird die Sanierung der Roetgener Grundschule (...)

(...) ein Fass ohne Boden?

Ernst Schneiders

denkt nach über Schönrederei und Bekennermut

Die Geister, die ich rief . . . Nur tröpfchenweise sickert das ganze Ausmaß der schwarz-grünen Pleite durch. Das Gesamtbudget von knapp sieben Millionen Euro für Erweiterung und Sanierung der Grundschule Roetgen reicht nicht aus. Wegen des aktuellen Fehlbedarfs sollen zwei Gewerke neu ausgeschrieben werden.

Sofern Architekt Gerhard Wittfeld umplanen muss, kostet das extra. Kommt also noch obendrauf. Die inzwischen nicht mehr bestrittenen Zeitverzögerungen machen es erforderlich, die Container, in denen die Klassen untergebracht sind, länger anzumieten. Kostet auch wieder. Das Projekt droht ein Fass ohne Boden zu werden.

Mit aller Arroganz ihrer Macht haben CDU und Grüne seinerzeit ihren Prachtbau durchgedrückt, Kritiker und Skeptiker ausgelacht, für nicht satisfaktionsfähig erklärt oder ignoriert.

Heute stehen dieselben Leute da wie begossene Pudel, denen man nicht mehr vertrauen kann. Sie dauern einen fast. Dabei ist Vertrauen das einzige, was aus dem Schlamassel heraushilft. Vertrauen schaffen, dass dieser finanzielle Fauxpas als absoluter Einzelfall abgeheftet wird. Da dürfen alle Pagnias und Seidels, die sich an diesem Projekt mächtig verhoben haben, gerne dem Architekten auf den Zahn fühlen. Nach dem Verursacherprinzip haben die Zauberlehrlinge von CDU und Grünen den Vortritt, um mit brauchbaren Ideen die Kuh von Eis zu holen, am besten nachhaltig. Das wäre hilfreich, im Ort und bei der Kommunalaufsicht, die womöglich in einem verbrieften Einzelfall ausnahmsweise beide Augen zudrückt, damit dieses Produkt dörflicher Gigantomanie irgendwann einigermaßen gescheit zu Ende gebracht werden kann.

Hinreichend Bekennermut statt der kaum noch zu ertragenden Schönrederei wäre zur Abwechslung auch nicht schlecht.

Ärgerlich ist nicht, dass jetzt dem schwarz-grünen Politiker-Denkmal krachend einige Beulen beigebracht werden.

Ärgerlich ist vielmehr, dass die Kinder noch länger unter der Extremsituation Baustelle werden leiden müssen.

Quelle: Eifeler Zeitung vom 12. März 2011