Roetgener Arbeiterwohlfahrt droht das "Aus"

Dringender Appell bei der SPD-Mitgliederversammlung. Künftig auch Rott und Mulartshütte im Namen.

Mulartshütte. Zu einer Mitgliederversammlung hatte der Roetgener SPD-Ortsverein die Genossinnen und Genossen in das Restaurant „Altes Jägerhaus“ in Mulartshütte eingeladen. Da es sich nicht um eine Jahreshauptversammlung handelte, standen nur wenige Regularien auf der Tagesordnung, sondern in erster Linie politische Information und Diskussion, erklärte der Vorsitzende Helmut Mulorz. So konnte er neben Bürgermeister Manfred Eis und dem Fraktionsvorsitzenden Klaus Onasch, der über Aktuelles aus der Ortspolitik berichtete, auch den neuen Unterbezirksvorsitzenden Martin Peters begrüßen, der sich den Roetgener Parteifreunden vorstellen wollte und über einige kommunal- und bundespolitische Aspekte sowie Themen des bevorstehenden SPD-Bundesparteitags referierte.

Das älteste Mitglied

Mit Erna Fuhrmann hieß Helmut Mulorz auch das älteste Mitglied des Ortsvereins willkommen. Als „rote Erna“ habe sie sich als eine der ersten Frauen in der Aachener Nachkriegspolitik einen Namen gemacht, würdigte er die politischen Aktivitäten der 85-jährigen Sozialdemokratin, die auf ihr 50-jähriges Parteijubiläum zusteuert.

Auf immerhin auch schon 40 Jahre Zugehörigkeit haben es zwei Jubilare gebracht, die an diesem Abend für ihre Treue zur SPD ausgezeichnet wurden. Der Vorsitzende stattete Dr. Edgar Cremer den Dank der Partei mit dem Überreichen einer Ehrenurkunde und eines Präsents ab. Die Auszeichnung nicht persönlich entgegennehmen konnte Walter Hutz, der sich zurzeit im Auftrag der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit in Afghanistan aufhält. Seit zehn Jahren gehört Judith Giersberg der SPD an.

Die aus dem Jahre 1980 stammende Satzung des Ortsvereins hatte Schriftführer Karsten Knoth überarbeitet und modernen Erfordernissen angepasst. Sie wurde jetzt den Mitgliedern zur Abstimmung vorgelegt und einstimmig gutgeheißen. Auf Anregung von Frank Knur soll künftig die Bezeichnung „SPD Roetgen Rott Mulartshütte“ die Mitglieder aus den beiden Ortsteilen ausdrücklich einschließen.

Zum Abschluss der Versammlung richtete der Vorsitzende der Roetgener Arbeiterwohlfahrt (AWO), Helmut Schönberger, einen dringenden Appell an die Genossinnen und Genossen, den Ortsverein bei der Bildung eines neuen Vorstands zu unterstützen. Im 55. Jahr ihres Bestehens stehe die AWO vor dem Aus, wenn es nicht gelinge, neue Vorstandsmitglieder zu gewinnen. Mit fast 75 Jahren sei er der Jüngste im gegenwärtigen Vorstand, der aufgrund des hohen Alters der meisten Mitglieder kaum noch handlungsfähig sei. Aus den eigenen Reihen seien keine Nachfolger zu finden, da es generell an jungen Leuten mangele.

Erste Bilanz des Vorsitzenden

Die Reihe der Berichte eröffnete der Vorsitzende Helmut Mulorz mit einigen Ausführungen zur Lage der SPD vor Ort. Er ist seit gut einem Jahr im Amt und zog jetzt eine erste Bilanz. Zu den Aufgaben, die er sich bei seiner Wahl auf die Fahnen geschrieben hatte, gehörte es, Mitglieder, die zurzeit nicht so aktiv sind, wieder einzubinden. Ein erfreulich gut angenommenes Angebot war dabei unter anderem zur Stärkung des Zusammenhalts eine Tagesfahrt nach Bonn, blickte er zurück.

Für die arbeitsintensive Erstellung der Informationsschrift „Unsere Sicht“, die im Juni an alle Haushalte verteilt wurde, bedankte sich der Vorsitzende bei Rainer Axer und Frank Martin; die seit einiger Zeit brachliegende Website des Ortsvereins hat David Giersberg mit Erfolg zu neuem Leben erweckt.

Als das aus politischer Sicht wichtigste Ereignis würdigte Mulorz, dass die SPD als einzige Fraktion im Gemeinderat eine gemeinsame Position zur Windenergie vertreten habe. Der Errichtung von Windkraftanlagen stehe man grundsätzlich positiv gegenüber und werde den gegenwärtigen Prozess kritisch verfolgen.

Für die Wahlen aufstellen

Dass die Roetgener SPD in der Vergangenheit durchweg gute Wahlergebnisse erzielt habe und aus der letzten Kommunalwahl sogar als stärkste Fraktion hervorgegangen sei, sei auch auf die Popularität „ihres“ Bürgermeisters Manfred Eis zurückzuführen, erklärte Mulorz.

Für die Zukunft gelte es aber, sich nicht nur darauf zu verlassen. Der Ortsverein müsse ein Forum für Willensbildung sein und Perspektiven sozialdemokratischer Kommunalpolitik entwickeln. Am Ende der Diskussionen müsse dann ein überzeugendes Wahlprogramm stehen, das Personen brauche, die es ebenso überzeugend vertreten. Auch dank zahlreicher junger Mitglieder sieht er die SPD gut gerüstet, in allen 13 Wahlbezirken geeignete Kandidaten und Kandidatinnen aufzustellen. Eine besondere Herausforderung stelle dabei der Wahlkreis Rott/Mulartshütte dar, der bisher eine sichere Bank für Bürgermeister Manfred Eis war. (heg)

Mehr dazu unter:

www.spd-roetgen.de

Quelle: Eifeler Zeitung vom 28. November 2011