"Auf einem Auge blind"

SPD Roetgen relativiert die Kritik der CDU an den derzeitigen Ausbauplänen für die B 258 zwischen Autobahn Lichtenbusch und Kalkhäuschen

Roetgen. Heftig diskutiert wird derzeit wieder über die aktuellen Ausbau- Pläne der Monschauer Straße zwischen der Autobahnauffahrt Lichtenbusch und Kalkhäuschen, wo die L 233 in die B 258 mündet.

Nach den neuesten politischen Äußerungen aus der Stadt Aachen soll das Ausbauprogramm reduziert werden. Demnach möchte die Stadt das Stück zwischen Autobahn und Einmündung Gewerbegebiet Pascalstraße nur noch dreispurig ausbauen und es auf dem Rest der Strecke bis Kalkhäuschen bei einem zweispurigen Lösung belassen. Dabei hatte der Landesbetrieb schon fertige Pläne in der Schublade, die Monschauer Straße zur Entlastung des hohen Pendleraufkommens insbesondere aus der Eifel vier- bzw. dreispurig auszubauen.

Dass diese Planung jetzt ins Wanken gerät, hatte auch bei den Roetgener Christdemokraten heftige Kritik ausgelöst. Wie berichtet hatte die CDU „völliges Unverständnis“ geäußert, insbesondere über die Zweispurigkeit. „Kirchturmspolitik“ hatte Ratsherr und Städteregionstag-Mitglied Ronald Borning der Stadt Aachen vorgehalten.

Genau eine solche Kirchturmspolitik sieht aber Klaus Onasch, Fraktionsvorsitzender der SPD im Roetgener Gemeinderat, bei seinen CDU-Kollegen, deren Kritik er für überzogen hält. Er erwarte einen „etwas differenzierten Blick“ auf die Thematik. Aus Sicht der Eifeler Pendler sei eine großzügige Lösung selbstverständlich wünschenswert, aber man müsse auch die Sichtweise der Anliegerkommune abwägen. Hier, so findet Onasch, sei die CDU auf dem „eigenen Auge blind“, und sieht in der Kritik lediglich ein „populistisches Vorgehen.“

Die Roetgener CDU trage vor Ort durch ihre Vorgehensweise nicht gerade zur Verbesserung des Verkehrsflusses auf der B 258 im Bereich vor. Onasch erinnert daran, dass die Christdemokraten zwei Ampelanalgen auf der Bundesstraße unterstützten und für eine Ortsumgehung Roetgen sogar vor langer Zeit bereits ein „Denkverbot“ erteilt hätten.

Aus Sicht der Eifeler Pendler sei eine bessere Lösung auf der Monschauer Straße sicher zu befürworten, aber eine generelle Verurteilung der Vorschläge aus Aachen sei nicht der richtige Weg. (P. St.)

Quelle: Eifeler Zeitung vom 6. Oktober 2011